Die Methode Zählt
In der Kultivierungsfiktion ist es genauso wichtig, wie man kultiviert, wie viel man kultiviert. Unterschiedliche Techniken führen zu unterschiedlichen Ergebnissen — verschiedene elementare Affinitäten, verschiedene Kampfstile, unterschiedliche Fortschrittsgeschwindigkeiten und unterschiedliche Nebeneffekte.
Die falsche Technik zu wählen, kann die Entwicklung eines Kultivierenden lähmen. Die richtige Wahl kann ein durchschnittliches Talent zum Genie machen.
Grundlegende Kultivierungsmethoden
Meditation (打坐, dǎzuò) — Die grundlegendste Technik. Der Kultivierende sitzt in einer bestimmten Haltung, reguliert seine Atmung und zirkuliert Qi durch seine Meridiane. Meditation ist langsam, aber sicher — die Standardmethode für Kultivierende ohne Zugang zu fortgeschrittenen Techniken.
Atemtechniken (吐纳, tǔnà) — Spezifische Muster von Ein- und Ausatmung, die die Qi-Aufnahme optimieren. Fortgeschrittene Atemtechniken können Qi aus bestimmten Quellen aufnehmen — Mondlicht, Sonnenlicht, Gewitter oder vulkanische Öffnungen — jede Quelle erzeugt unterschiedliche Arten von spiritueller Energie.
Körperhärtung (淬体, cuìtǐ) — Die physische Stärke des Körpers verbessern, um mehr spirituelle Energie zu fassen. Methoden umfassen das Baden in medizinischen Flüssigkeiten, den Konsum von körperstärkenden Pillen und das Aushalten extremer körperlicher Belastungen. Körperhärtung ist schmerzhaft, aber essenziell — ein schwacher Körper kann eine starke Kultivierungsbasis nicht unterstützen.
Doppelkultivierung (双修, shuāngxiū) — Zwei Kultivierende üben zusammen, teilen und zirkulieren spirituelle Energie zwischen sich. Doppelkultivierung ist schneller als Einzelpraxis, erfordert jedoch Vertrauen und Kompatibilität. In manchen Romanen hat sie romantische oder sexuelle Konnotationen; in anderen ist sie rein technisch.
Elementare Affinitäten
Die meisten Kultivierungstechniken sind auf eines der fünf Elemente (五行, wǔxíng) ausgerichtet: Metall, Holz, Wasser, Feuer und Erde. Die elementare Affinität eines Kultivierenden bestimmt, welche Techniken er lernen kann und welche Umgebungen seine Kultivierung fördern.
Ein Feuer-affiner Kultivierender profitiert davon, in der Nähe von Vulkanen oder im Sommer zu üben. Ein Wasser-affiner Kultivierender profitiert von Übungen nahe Ozeanen oder im Winter. Das Anwenden einer Technik, die der eigenen Affinität widerspricht, ist bestenfalls ineffizient und schlimmstenfalls gefährlich.
Einige seltene Kultivierende besitzen mehrere Affinitäten oder gar keine Affinität. Mehrere Affinitäten erlauben Vielseitigkeit, erschweren aber den Fortschritt (mehr Elemente müssen ausbalanciert werden). Keine Affinität — genannt „chaotische spirituelle Wurzel“ (杂灵根, zá línggēn) — gilt meist als Nachteil, kann aber gelegentlich ein verborgenes Talent sein.
Die Hierarchie der Techniken
Kultivierungstechniken werden nach Qualität eingeteilt:
Mortal-Stufe (凡级) — Grundlegende Techniken, die jeder beherrschen kann. Langsamer Fortschritt, begrenztes Potential.
Erde-Stufe (地级) — Mittlere Techniken, die von etablierten Sekten verwendet werden. Angemessene Fortschrittsgeschwindigkeit.
Himmel-Stufe (天级) — Fortgeschrittene Techniken, die von Großmächten gehalten werden. Schneller Fortschritt, bedeutende Kampfvorteile.
Gott-Stufe (神级) — Legendäre Techniken, die möglicherweise nicht einmal existieren.